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Die Historie Klein
Borstels
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Der erste
Ortsname Borstelde leitet sich aus der Bezeichnung Boor-
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Dorfe abgezweigt" und andernorts neu angelegte Haus- oder
Wohnstelle interpretiert werden. Da die Mehrzahl der
Borstelausbauten schon vor der Mitte des 12. Jahrhunderts
angelegt sein dürften, so wird man auch von Klein Borstel
mit Bestimmtheit sagen können, dass es als bäuerliche
Siedlung damals schon seit Menschengedenken und vielleicht
schon seit Jahrhunderten bestand. |
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1304 |
Schenkte
der damalige Graf Adolf V. von Holstein-Segeberg das
bis dahin seiner Herrschaft unterstellte holsteinische Dorf
"Borstelde" dem hamburgischen Bürger Johann vom Berge
und übertrug es ihm und seinen Erben mitsamt der
Gerichtsbarkeit zu freiem Eigentum. |
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1347 |
Nennung
im Einkünfteregister des Pastors zu Eppendorf in das Klein
Borstel ehemals eingepfarrt war die Namen zweier Bauern aus
Lambertsborstel, die ihrer Pfarrkirche jährlich eine
bestimmte Menge Roggen zu liefern hatten. Dieses waren die
Bauern Wormolt und Johann Beiger. |
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1488 |
Nachdem
der männliche Teil der Familie vom Berge (oder de Monte)
ausgestorben ist, erwirbt das St. Georgs-Hospital das Dorf
zwischen 1488-1615 nach und nach. |
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1540 |
Nennung
im Register über die dem hamburgischen Domkapitel
zustehenden Zehnten und anderen Abgaben die Namen von drei
Höfnern Klein Borstels dei dem Kapitel damals
abgabepflichtig waren: Tytke Bockholt, Tewes Tides Witwe
und Bartolt Wischhoff. |
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1565 |
Aus
diesem Jahr ist überliefert, dass sich der erste der in 1540
erwähnten drei Höfe bereits in den Händen von Cordt
Bockholt befand, der ein Sohn des in 1540 erwähnten
Tytke Bockholt gewesen sein wird. |
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1585 |
Hans
Tyde, Sohn der in 1540 genannten Witwe Tide
bewirtschaftet den zweiten der drei Höfe, wobei der dritte
Hof sich nach wie vor in den Händen der Familie Wischhoff
befand. |
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1596 |
Der "Bockholt-Hof"
wird nun von Titke Bockholt, Sohn von Cordt Bockholt
bewirtschaftet während der zweite Hof von Hans Tyde an
Claus Bockholt (Bruder von Titke Bockholt) verkauft oder
vererbt. Der dritte Hof wurde derzeit von Hans Wischhoff
bewirtschaftet. Außer dieser drei Vollhöfe für die
jährlich eine Pacht zu entrichten war (damals 1 Mark und 10
Schilling), besaß aber seit 1596 ein gewisser Gert
Hoeckel Grund und Boden in Klein Borstel (Struckholt)
besaß. |
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1605 |
Der Hof
von Hans Wischhoff wird unter den Brüdern Titke und Claus
Bockholt aufgeteilt, wobei er im wesentlichen dem Hof von
Claus Bockholt zugeschlagen wurde. Somit gab es nur noch
zwei Vollhöfe in Klein Borstel. |
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1629 |
Die
beiden Höfe werden nun von der nächsten Generation
bewirtschaftet. Der größere Hof von Hein Bockholt
(Sohn von Claus Bockholt) und der zweite von Cordt
Bockholt (Sohn von Titke Bockholt). |
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1659 |
Es ändern
sich die Besitzverhältnisse. Während der größere Hof über
neun Generationen bis ins 20. Jahrhundert im Familienbesitz
blieb, ging der kleinere Hof 1659 entweder durch Kauf oder
Erbgang an Jochim Wagner über, deren Nachkommen
diesen durch Landerwerb auf die Ertragsgröße des
Nachbarhofes brachten. Die Erben Jochim Wagners
bewirtschafteten diesen Hof ebenfalls bis in das 20.
Jahrhundert. |
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Neben den
Vollhufnern (Bewirtschafter der Vollhöfe) gab es in Klein
Borstel schon früh so genannte Anbauer oder Kätner, die nur
die Hälfte oder weniger des Landbesitzes einer Vollhufe
(Vollhof) ihr Eigen nannten. Sie übten meiste neben der
Landwirtschaft noch ein Handwerk aus, waren Tischler,
Schuster, Bäcker oder Alsterschiffer, oder betätigten sich
als Eier-, Fett- oder Butterverkäufer im Zwischenhandel mit
der Stadt. So wohnten um das Jahr... |
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1772 |
...der
Tischler Jürgen Nördsen, die Arbeitsfrau
Anna Knack, der Arbeitsmann Hinrich Gerens,
die verarmte Witwe des Ludewig
Söller, der Halbhufner Albert Studt, der Arbeitsmann
Christian Kummerfeld, eine arme Frau namens Catharina
Möller, die Arbeitsfrau Catharina Wells, die Arbeitsleute
Hinrich Wessel und Diederich Hinsch in Struckholt sowie die
Vollhufnerfamilien Bockholt und Wagner, die Arbeitsfrau Anna
Wessel und die Arbeitsmänner Peter Behrens, Jochen
Lüdemann, Hinrich Heins, Hinrich Mass, Jochim Sanmann in
Klein Borstel. |
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1806 |
Beginn
der Besatzungszeit durch Naopleon |
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1807 |
Die
Bewohnerzahl in Klein Borstel umfasst unter Berücksichtigung
der Kinder ca. 97 Personen. Es lebte
der Vollhufner Franz Bockholt mit drei Knechten und
zwei Mägden. Zur Miete wohnte bei ihm der Torfschiffer mit
eigenem Schiff Hans Bockholt, der Arbeitsmann
Johann Dryer und der Eier- und Butterhändler Hinrich
Dreyer.
Der Vollhufner Jochim Wagner mit zwei Knechten und
einer Magd. Bei ihm zur Miete als Einwohner der Eier- und
Butterhändler Hans Hinrich Lorenz und der Arbeitsmann
Hinrich Timm.
Der Kätner Clas Lorenz
Der Kätner Clas Hinrich Hack. Bei ihm zur Miete als
Einwohner der Schuster Jochim Fuhrmann und der
Arbeiter Hans Hinrich Timm.
Zur gleichen Zeit lebten in Stuckholt
der Torfschiffer auf eigenem Schiff Michel Knack, bei
ihm zur Miete als Einwohner der Arbeitsmann Clas Sanmann.
Der Tischler Jürgen Nöring
Der Furhmann Albert Studt, bei ihm zur Miete als
Einwohner der Arbeitsmann Clas Hinrich von Elfen und
die Witwe Christen.
Der Schiffer Hans Hinrich Kummerfeld und bei ihm zur
Miete als Einwohner der Arbeitsmann Clas Jochim Duncker.
Der Schiffer auf eigenem Schiff Hans Thess und bei
ihm zur Miete als Einwohnerin die Witwe Gerckens, bei
der sich noch der Stiefsohn und Butterhändler Jochim
Hinrichs Gerckens aufhielt.
Somit gab es 9 Wohngebäude in Klein Borstel. |
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All diese
Familien führten damals noch ein durchaus dörfliches Leben.
Wenn auch die Zahl der Handwerker, Schiffer und wenigen
Händler im Verhältnis zu der der Bauern langsam stieg, so
blieb doch das bäuerliche Element noch für lange Zeit
maßgeblich. Die Bevölkerung lebte auf verhältnismäßig
kleinem Raum nahe beieinander, aber die Felder der Bauern
war weit über die Feldflur, zu der in jener Zeit noch Teile
des späteren Ohlsdorfer Friedhofs gehörten, zerstreut. |
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1814 |
Nach der
französischen Besatzung durch Napoleon wird das Dorf in den
Jahren 1814-1830 erneut durch das St. Georgs-Hospital
erworben. |
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1830
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Klein
Borstel wird der Verwaltung der Stadt Hamburg unterstellt. |
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1872
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Die erste
Gemeinde-Versammlung "Landgemeinde Klein Borstel-Struckholt"
wird gewählt. Aus den Untertanen des St. Georgs-Hospital
werden politisch vollberechtigte Grundeigentümer und
Einwohner. |
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1877 |
In Jahre
1877 waren die folgenden Personen bzw. Familien in Klein
Borstel ansässig:
Johann Beckmann, Johann Biermann, Franz Peter Bockholt,
Joachim Bockholt, Hinrich Buthmann, Jo. Carl Carsten, Hans
Dietrich Drews, Anna Catharina v. Elm, Joh. Carl Goßler, Joh.
Hinrich Gronemeyer, Wilhelm Gundlach, Hans Friedrich Hamm,
Witwe Hamm, Gottfried Wilhelm Heinsen, Dietrich Hinsch,
Hinrich Dietrich Hinsch, Jacob Kock, Joh. Peter Kocks Witwe,
Joh. Andreas Theodor Koops, Hans Kruses Witwe, Hinrich Peter
Kruse, Joachim Langhein, Claus Hinrich Langhein, Ludwig Joh.
Christian Lexow, Johann Peter Nöhren, Hermann Friedrich
Nöhren, Carl Quante, Leopold Rasts Witwe, Hein Siegmund
Leopold Rast, Claus Conrad Schloh, Joh. Friedrich Carl
Schomann, Joachim Christian Stelly, Georg Strackbein, Claus
Albert Strudt, Johann Conrad Wagner, Johann Andreas Hinr.
Wolkenbauer.
Die Bevölkerungszahl entwickelte sich wie in folgender
Übersicht dargestellt:
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Jahr |
Personen |
Jahr |
Personen |
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1818: |
180 |
1929: |
1.396 |
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1834: |
160 |
1933: |
1.706 |
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1885: |
178 |
1937: |
3.056 |
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1890: |
296 |
2007: |
3.738 |
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1895: |
338 |
0
- 18 Jahre: 750
19 - 79 Jahre: 2.750
80 + älter: 238 |
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1900: |
439 |
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1910: |
631 |
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1919: |
706 |
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1925: |
873 |
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1880 |
Straßenbahnbetrieb bis Ohlsdorf |
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1906 |
Vorortsbahnbetrieb bis Ohlsdorf |
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1913
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Die
Dorfschaft wird als Vorort in das hamburgische Stadtgebiet
eingemeindet. |
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1921 |
Inbetriebnahme des Hochbahnbetriebes Klein Borstel |
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1922 |
Vollelektrisierung des Bahnbetriebes, nachdem zuvor mit
Benzolmotoren betriebene Wagen eingesetzt wurden. |
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1924 |
Bahnbetrieb bis Poppenbüttel mit stündlichen Zügen, die
nicht immer auch Kornweg und/oder Hoheneichen hielten.
Wollte man aussteigen, so war dies zuvor dem
Stationsvorsteher in Ohlsdorf mitzuteilen. |
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1925 |
Beginn
der Entstehung der Kriegsbeschädigtensiedlung am Tornberg,
Vor dem Berge, Drachenstieg, Sodenkamp und Sodentwiete. |
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1938 |
Klein
Borstel wird mit Ohlsdorf vereinigt.
Bau der
Kirche "Maria Magdalenen" Klein Borstel nach Plänen der
Architekten Hopp und Jäger an der Stübeheide als
Rohziegelbau. |
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1939 |
Beginn
der Entstehung der Siedlungsbebauung nach den Gebrüdern Paul
und Hermann Frank zwischen Stübeheide und der
Wellingsbüttler Landstraße die heute als "Franksche
Siedlung" bekannt ist und ein begehrtes Wohnquartier
darstellt. |
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1969 |
Aufnahmen
Schulbetrieb
Albert Schweizer Schule am
Schluchtweg |
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2004 |
700 Jahre
Klein Borstel |
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2007-2012 |
Entstehung der Neubausiedlung auf dem ehemaligen
Anzuchtgelände des Friedhofs Ohlsdorf mit verschiedenen
Wohnkonzepten (Autofreies Wohnen, Generationsübergreifendes
Wohnen, Townhouses etc.) und einer Kindertagesstätte. |
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Bezeichnungen Klein Borstels in der Geschichte:
Borstelde, Averborstel, Oberborstel, Lambertsborstel,
Brotlosenborstel, Dreckborstel, Magerborstel und
Kalen-Borstel. |
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Haben
Sie weitere wichtige Daten? Bitte mailen Sie an:
mail@klein-borstel.de |
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Quellen: Wikipedia, Geschichte Klein Borstels, Dr. Kurt
Detlev Möller und andere. |